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Grünes Rezept: Viele Krankenkassen erstatten auch rezeptfreie Arzneimittel

Berlin, 10. Juli 2015 – Auf das Grüne Rezept wird ab sofort ein Hinweis aufgedruckt, dass viele gesetzliche Krankenkassen ihren Versicherten die Kosten für bestimmte rezeptfreie Arzneimittel freiwillig zurückerstatten. Das Grüne Rezept ist eine Empfehlung des Arztes, der die Anwendung eines nicht verschreibungspflichtigen Medikaments aus medizinischer Sicht für notwendig erachtet. Gleichzeitig dient es dem Patienten als Merkhilfe bezüglich Name, Wirkstoff und Darreichungsform. Der bisher geltende Satz „Dieses Rezept können Sie nicht zur Erstattung bei Ihrer gesetzlichen Krankenkasse einreichen.“ wird künftig ersetzt durch „Dieses Rezept können Sie bei vielen gesetzl. Krankenkassen zur Voll- oder Teilerstattung als Satzungsleistung einreichen.“ Darauf macht der Deutsche Apothekerverband (DAV) die 70 Millionen gesetzlich krankenversicherten Menschen in Deutschland aufmerksam.

Die Mehrheit der Krankenkassen - etwa 70 von 123 - machen derzeit davon Gebrauch, die Kosten für bestimmte rezeptfreie, jedoch apothekenpflichtige Arzneimittel als individuell festgelegte Satzungsleistung zu übernehmen. In erster Linie werden pflanzliche, homöopathische und anthroposophische Arzneimittel erstattet. Für die Kostenerstattung eines solchen Medikaments muss der Versicherte die Quittung aus der Apotheke zusammen mit dem Grünen Rezept bei seiner Krankenkasse einreichen. Oft quittiert die Apotheke den Kaufpreis auch direkt auf dem Grünen Rezept. Erstattet wird meist bis zu einer bestimmten jährlichen Summe, je nach Krankenkasse zwischen 50 und 400 Euro. Einzelheiten dazu sollten Verbraucher direkt bei ihrer Krankenkasse erfragen. Gibt es keine Erstattung der Krankenkasse, kann das Grüne Rezept zusammen mit der Quittung aus der Apotheke auch bei der jährlichen Einkommensteuererklärung des Patienten als außergewöhnliche Belastung eingereicht werden.

Zum Hintergrund: Von den 481 Millionen apothekenpflichtigen Arzneimitteln, die im Jahr 2014 von Apotheken abgeben wurden, ist etwa jedes zehnte (48 Millionen) auf einem Grünen Rezept von einem Arzt empfohlen worden.

Eine Liste mit allen Kassen und ihren Erstattungsregeln auf www.aponet.de.

Unbekannte Wirkung von Arzneimitteln - Zu viel Sonne birgt Gefahren

Hamburg, 01.07.2015 – Sonne und warme Temperaturen locken die Menschen an die frische Luft. Die positive Wirkung, die das Sonnenlicht auf Stimmung und Gesundheit hat, ist allgemein bekannt. Dass bestimmte Medikamente Lichtempfindlichkeiten hervorrufen können, ist vielen Patienten jedoch nicht bewusst. Welche Arzneien in Verbindung mit Sonnenlicht reagieren und wie sich Betroffene optimal vor schmerzhaften Hautirritationen schützen können, schildert die Apothekerkammer Hamburg.

Phototoxisch oder photoallergisch?

Wer regelmäßig zu Medikamenten greift, sollte sich mit den Neben- oder Wechselwirkungen der Arzneien gut auskennen. Allerdings wissen viele Patienten nicht, dass bei rund 300 Medikamenten sogenannte photoallergische bzw. phototoxische Effekte beobachtet werden können, die sich als entzündungsähnliche Schäden der Haut zeigen. Bei phototoxischen Prozessen zeigen sich die Reaktionen auf der Haut bereits beim ersten Kontakt mit dem Sonnenlicht. Betroffen sind vor allem Handrücken, Gesicht oder Unterarme. Schon nach kurzem Kontakt mit der Sonne schwillt die Haut an, es kommt zu Rötungen, oftmals schuppt sich die Haut oder bildet Bläschen. Die Reaktion tritt meist schneller auf als ein herkömmlicher Sonnenbrand. Es gilt die Formel: je höher die Dosis des auslösenden Wirkstoffes, desto heftiger die Wirkung.

Handelt es sich um eine photoallergische Reaktion, spielt das Immunsystem des Betroffenen eine wesentliche Rolle. Aufgenommene Medikamente werden nach dem Kontakt mit der Sonne als Fremdkörper eingestuft und vom Abwehrsystem bekämpft. Wer die Haut dann dem Licht aussetzt, riskiert eine sonnenbrandähnliche Reaktion. An den exponierten Stellen breiten sich Rötungen sowie Juckreiz aus. Es können sich sogar ganze Hautareale bilden, die mit Bläschen, Schuppen oder Krusten übersät sind. Während dunkle Hauttypen weniger betroffen sind als hellhäutige Menschen, spielt auch die individuelle Beschaffenheit der Haut, der Vorbräunungsgrad sowie die Behaarung des Patienten eine Rolle.

Beim Apotheker im Sommer nach einer erhöhten Lichtempfindlichkeit fragen

Einige Medikamente können sogar beide Reaktionen hervorrufen. Zu diesen Mitteln zählen beispielsweise bestimmte Antibiotika, Antirheumatika, Psychopharmaka, Bluthochdruckmittel sowie Diuretika. Unter den nicht rezeptpflichtigen Arzneien können einige Schlaftabletten und Mittel gegen Reiseübelkeit die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen. Daneben verstärken auch bestimmte pflanzliche Wirkstoffe die Anfälligkeit. Ein Beispiel ist das Johanniskraut. Genaue Hinweise finden Patienten bei allen Arzneien auf dem jeweiligen Beipackzettel unter der Überschrift „Nebenwirkungen“. Wer ein neu verordnetes Medikament erhält, kann sich immer in der Apotheke beraten lassen, inwiefern das Risiko einer erhöhten Lichtempfindlichkeit besteht.

Ist die Haut erst einmal geschädigt, hängt der Heilprozess davon ab, wieviel Zeit der Körper benötigt, um den Wirkstoff abzubauen, der die Empfindlichkeit auslöst. Unter Umständen müssen Patienten mehrere Tage oder sogar Wochen aushalten, bis die Rötungen abklingen.

Regeln für eine gesunde Haut

Beide Formen der Lichtempfindlichkeit werden durch UVA-Strahlung verursacht. Die Apothekerkammer Hamburg rät Patienten, einige Regeln zu beachten, um die Haut zuverlässig vor den UVA-Strahlen zu schützen:

  1. Alle dem Licht ausgesetzten Körperstellen mit vor UVA-Strahlen schützender Creme oder Lotion einreiben, besonders Gesicht, Beine, Arme, Nacken, Dekolleté und Hals.
  2. Körperbedeckende Kleidung tragen.
  3. Im Sommer die Mittagssonne meiden und möglichst nicht während der Mittagshitze hinausgehen.
  4. Die auslösenden Arzneimittel abends einnehmen.
  5. Das Autofenster mit UVA-undurchlässiger Folie abkleben, denn die UVA-Strahlen durchdringen auch Glas und Kunststoff.
  6. Unbedingt Solarien meiden.
  7. Bei unverzichtbaren Arzneimitteln ist  unter Umständen und nach einer Rücksprache mit dem Arzt die Dosis zu reduzieren.

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