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Immer häufiger erreichen die Kammergeschäftsstelle Anfragen bezüglich der Einstellungsmöglichkeiten ausländischer Apotheker in Hamburger Apotheken. Was es hierbei zu beachten gilt, haben wir Ihnen im Folgenden zusammengefasst:

Das Landesprüfungsamt für Heilberufe der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz ist zuständig für die Erteilung von Approbationen für Apotheker, sofern diese beabsichtigen, ihre Tätigkeit in Hamburg aufzunehmen (Absichtserklärung). Den Antrag auf Erteilung der Approbation für Absolventen einer ausländischen Universität gemäß § 4 Bundes-Apothekerordnung muss der ausländische Apotheker selbst beim Landesprüfungsamt stellen.

Apotheker aus EU-Mitgliedsstaaten, dem EWR und der Schweiz
Durch die gegenseitige Anerkennung der Approbation ist es für Apotheker aus den EU-Mitgliedsstaaten, dem EWR und der Schweiz vergleichsweise einfach, die deutsche Approbation zu erhalten und eine Tätigkeit als Apotheker aufzunehmen. Ausreichende Deutschkenntnisse müssen zunächst mit einem Prüfungszertifikat auf dem Niveau B2 nachgewiesen werden. Vor Erteilung der deutschen Approbation muss zusätzlich eine Fachsprachenprüfung (Niveau C1) erfolgreich bei der Apothekerkammer Hamburg absolviert werden.

Apotheker aus Drittstaaten
Apotheker aus Drittstaaten, beispielsweise Syrien, müssen das Anerkennungsverfahren nach Bundes-Apothekerordnung durchlaufen. Die Approbationsbehörde prüft zunächst die Gleichwertigkeit des Ausbildungsstandes, in der Regel besteht Nachholbedarf, insbesondere in der pharmazeutischen Praxis und im pharmazeutischen Recht.

Auch hier muss der Apotheker zunächst Deutschkenntnisse auf B2-Niveau nachweisen bzw. erwerben. Um die deutsche Approbation zu erlangen, muss er jedoch zusätzlich neben dem Fachsprachentest auch eine Kenntnisprüfung bestehen. Zur Fachsprachenprüfung muss der ausländische Apotheker nachweisen, dass er mit Fachtermini umgehen und auf dem erforderlichen fachlichen Niveau mit Kollegen und Ärzten kommunizieren und Patienten umfassend beraten kann. Um dies im Vorfeld des Tests praktisch zu üben, können Apothekenleiter den zukünftigen Kollegen einen Hospitationsplatz in ihrer Apotheke anbieten.
Um sich praktisch auf die Kenntnisprüfung vorbereiten zu können, wird in der Regel zunächst ein Antrag auf Erteilung einer Berufserlaubnis beim Landesprüfungsamt gestellt. Die Berufserlaubnis wird erteilt, wenn eine Ausbildung als Apotheker nachgewiesen werden kann.

Ein Apothekenleiter muss sich bereit erklären, den ausländischen Apotheker zu beschäftigen und fachlich zu fördern. Die Berufserlaubnis ist auf ein Jahr für die Arbeit in einer bestimmen Apotheke befristet, mit der Möglichkeit um eine Verlängerung um ein weiteres Jahr. Innerhalb des ersten Jahres der Berufserlaubnis muss die Fachsprachenprüfung erfolgreich absolviert werden.

Die Tätigkeit erfolgt in angestellter Stellung unter Aufsicht eines Apothekers. Der Apothekenleiter hat den Apotheker mit Berufserlaubnis bei der Apothekerkammer Hamburg K.d.ö.R. als Personal zu melden. Bei der Anmeldung ist es zwingend erforderlich, dass eine Kopie der erteilten Berufserlaubnis durch die Behörde für den jeweiligen Apotheker vorgelegt wird. Auf Basis dieser Unterlagen kann dann auch die Anerkennung bei der berufsständischen Versorgung erfolgen.

Dem Apotheker mit Berufserlaubnis wird empfohlen, die begleitenden Unterrichtsveranstaltungen der PhiP zu besuchen. Zur Begleitung der praktischen Ausbildung sollte der „Leitfaden für die praktische Ausbildung von Pharmazeuten im Praktikum in der Apotheke“ genutzt werden. Der Leitfaden besteht aus dem Musterausbildungsplan, den insgesamt 27 Arbeitsbögen und den Evaluationsbögen. Der Musterausbildungsplan bietet eine Empfehlung zur zeitlichen und inhaltlichen Strukturierung der Ausbildung.

Die Unterlagen finden Sie unter www.abda.de > Themen > Arbeit in der Apotheke > Berufe > Apothekerinnen & Apotheker > Ausbildung und Approbation.

Außerdem benötigen Apotheker aus Drittstaaten für ihren Aufenthalt in Deutschland und die Ausübung der Tätigkeit grundsätzlich eine Aufenthaltserlaubnis, darin ist auch die Arbeitserlaubnis vermerkt. Über die Erteilung der Aufenthaltserlaubnis entscheidet die Ausländerbehörde, in deren Zuständigkeitsbereich der Drittstaatler mit der Hauptwohnung gemeldet ist. Nach Bestehen der Kenntnisprüfung erhält der ausländische Apotheker, sofern keine aufenthaltsrechtlichen Bestimmungen entgegenstehen, die deutsche Approbation als Apotheker. Damit kann er ohne weitere Voraussetzungen oder Auflagen als Apotheker in Deutschland tätig werden.

Ausbildung für junge Geflüchtete – die 3 + 2-Regelung

Die Integration von Geflüchteten in Ausbildung und Beschäftigung ist ein Schwerpunkt der Arbeit des Hamburger Senats. Menschen, die hier kein dauerhaftes Bleiberecht erhalten, aber aus unterschiedlichen Gründen nicht abgeschoben werden können, erhalten eine Duldung, und diese zum Teil über einen Zeitraum von vielen Jahren.

Mit dem Inkrafttreten des Integrationsgesetzes am 6. August 2016 hat der Bundesgesetzgeber daher die Voraussetzungen geschaffen, diesen Menschen eine Perspektive zu vermitteln, wenn sie eine Ausbildung beginnen und anschließend in dem erlernten Beruf arbeiten (sogenannte 3 + 2-Regelung). Zur Umsetzung in Hamburg haben die Behörde für Inneres und Sport und die Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration geklärt, wie die entsprechenden Regelungen des Aufenthaltsgesetzes ausgelegt werden und wie der Weg in Ausbildung unterstützt wird.

Mit der Vorlage eines unterschriebenen Ausbildungsvertrages werden die aufenthaltsbeendenden Maßnahmen eingestellt. Viele Bundesländer, so auch Hamburg, verlangen jedoch, dass dieses Ausbildungsverhältnis von der zuständigen Kammer eingetragen sein muss. Die zuständige Behörde für Inneres und Sport ist darüber hinaus bereit, nach individueller Prüfung für junge Geduldete, die sich in ausbildungsvorbereitenden Maßnahmen befinden, die Abschiebung auszusetzen. Es handelt sich um die Einstiegsqualifizierung gemäß § 54a SGB 111 (EQ) sowie die Hamburger Programme „Qualifizierung und Arbeit für Schulabgänger“ (QuAS) und „Berufliche Qualifizierung“.

Diese Regelung stellt für die jungen Geflüchteten eine große Chance dar, im Anschluss einen Ausbildungsplatz zu erhalten und damit auch ihre Bleibeperspektive zu verbessern. Gleichzeitig bietet dieses Verfahren auch Unternehmen die Möglichkeit, engagierte Auszubildende zu gewinnen. Für die Einzelfallprüfung der Ausländerbehörde ist allerdings die Abgabe einer Absichtserklärung der beteiligten Praktikumsbetriebe erforderlich, dass sie die Jugendlichen in ein Ausbildungsverhältnis übernehmen, sofern alle Voraussetzungen gegeben sind.