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Nacht- und Notdienst

Stand: Mai 2013

Fakten und Zahlen

Jede Nacht sowie jeden Sonn- und Feiertag leisten etwa 1.400 Apotheken Notdienst.

Rund 20.000 Patienten nutzen jede Nacht sowie am Sonn- oder Feiertag den Notdienst.

Pro Jahr werden bundesweit rund 500.000 Nacht- und Notdienste geleistet.

Pro Jahr werden 7 Millionen Arzneimittel außerhalb der regulären Öffnungszeiten abgegeben.

Besonders Eltern mit kleinen Kindern nutzen den Notdienst (viele Rezepte von Kinderärzten).

Die bundesweite Notdienstauskunft unter 22 8 33 nutzen pro Jahr rund 1 Million Patienten.

Die Notdienstsuche des Gesundheitsportals APONET.DE verzeichnet 1,8 Mio. Visits pro Jahr.

 

Gebühr und Pauschale

Apotheken können 2,50 Euro inkl. MwSt. pro Patient berechnen (§ 6 AMPreisV).

Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt diese Gebühr für den Versicherten, wenn der Arzt bei Rezeptausstellung in seinem Notdienst das Feld „noctu“ (lat. nachts) angekreuzt hat.

Der Notdienst ist unterfinanziert: Den (Personal-) Kosten stehen kaum Einnahmen gegenüber.

Die Koalition hatte 2012 eine zusätzliche Vergütung von 120 Mio. Euro pro Jahr ab 2013 als Pauschale pro Dienst zugesagt: Das Apothekennotdienstsicherstellungsgesetz (ANSG) wurde am 20. März 2013 ins Bundeskabinett und am 19. April 2013 in den Bundestag eingebracht.

Beispiel aus dem Freistaat Bayern, einem Flächenland: eine Apotheke im städtischen München hat 14 mal Notdienst pro Jahr, im ländlicheren Eichstädt dagegen 73 mal.

 

ABDA-Präsident Friedemann Schmidt zum Beschluss des Bundeskabinetts am 20. März 2013 bzgl. Apothekennotdienstsicherstellungsgesetz (ANSG)
„Das neue Gesetz ist besonders für die Apotheken auf dem Land mit vielen Nacht- und Notdiensten eine gute Nachricht. Die Vorbereitungen für den Fonds sind bereits in vollem Gange. Wir werden das ANSG zügig, transparent und so unbürokratisch wie möglich umsetzen.“

 

Gesetzliche Grundlagen

Den Apotheken obliegt die im öffentlichen Interesse gebotene Sicherstellung einer ordnungsgemäßen Arzneimittelversorgung der Bevölkerung (§ 1 Apothekengesetz).

Apotheken sind zur ständigen Dienstbereitschaft verpflichtet. Von dieser Verpflichtung befreit die zuständige Apothekerkammer einen Teil der Apotheken, wenn die Arzneimittelversorgung in dieser Zeit durch eine andere Apotheke sichergestellt ist (§ 23 Apothekenbetriebsordnung).

Die Apothekerkammern (Körperschaften des öffentlichen Rechts) legen in ihren Dienstbereitschaftsrichtlinien Kriterien für die Dienstbereitschaft fest, etwa die Einteilung von Notdienstkreisen, in denen Apotheken turnusmäßig Dienstbereitschaft leisten müssen.

 

Notdienstsuche 22 8 33

An nicht dienstbereiten Apotheken ist an deutlich sichtbarer Stelle [d.h. meist im Schaufenster] ein gut lesbarer Hinweis auf die nächstgelegenen Apotheken anzubringen (§ 23 ApBetrO).

Notdienste sind oft in Lokalzeitungen zu finden – sowie auf APONET.DE und über die 22 8 33.

Der Anruf oder die SMS (inkl. Ortung) vom Handy (alle Netze) an die 22 8 33 kostet 69 Cent / Minute oder SMS. Der Anruf vom Festnetz unter 0800 00 22 8 33 ist kostenlos.

Für das mobile Web unter 22833.mobi entstehen bei einer Flatrate keine Extrakosten.

Für die APOTHEKEN-App entstehen einmalige Downloadkosten: Google Play (Android) für 79 Cent; iTunes AppStore (Apple) für 89 Cent und Windows 8 Market für 1,19 Euro.