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DocMorris: Hüffenhardt-Modell verstößt gegen Recht

Presse-Information

 

Doc Morris: Hüffenhardt-Modell verstößt gegen Recht

 

Hamburg, 14. Juni 2017 – Der Arzneimittel-Automat von Doc Morris im baden-württembergischen Hüffenhardt ist wettbewerbswidrig. Der niederländische Versender darf das Abgabe-Terminal für Arzneimittel  vorerst nicht weiter betreiben. Das hat heute das Landgericht Mosbach per Einstweiliger Verfügung entschieden und gab damit der Klage des Landesapothekerverbands Baden-Württemberg (LAV) statt.

Die Vorsitzende Richterin der Handelskammer stufte den Betrieb nicht als einen legitimen Versandhandel mit angeschlossener automatisierter Medikamentenabgabe ein – wie von Doc Morris deklariert. Nur weil dort ein Videoterminal stehe, sei dies nicht vergleichbar mit einem Versandhandel, der aus einer Apotheke heraus betrieben werde, so die Richterin gegen Mittag bei der Urteilsverkündung. Für eine richtige Apotheke fehlt Doc Morris die Betriebserlaubnis. Zudem müsse in einer Apotheke immer ein Apotheker stehen anwesend sein.

Mit der Entscheidung folgte das Gericht der Einschätzung des LAV. Dieser sieht in dem Arzneimittel-Automaten einen unzulässigen Apothekenbetrieb und wollte diesen per Einstweiliger Verfügung verbieten lassen. Aus Sicht des LAV bringt Doc Morris mit seinem Abgabe-Terminal Arzneimittel in den Verkehr, ohne eine dazu gesetzlich erforderliche Apothekenbetriebserlaubnis zu besitzen. Doc Morris hingegen hat sein Abgabe-Konstrukt in Hüffenhardt als Versandhandel für Arzneimittel deklariert. Für den Versandhandelsbetrieb liegt eine entsprechende Erlaubnis vor.

Bislang durfte Doc Morris nur nicht verschreibungspflichtige Medikamente über das Terminal mit angeschlossener Video-Beratung an Kunden herausgeben. Die Herausgabe von rezeptpflichtigen Arzneimitteln hatte das Regierungspräsidium Karlsruhe per Einstweiliger Verfügung bereits am 21. April – ein Tag nach Inbetriebnahme des Automaten – verhindert, da es in diesem Punkt Sofortvollzug angeordnet hatte.

Ob das Verbot rechtmäßig ist, muss nun das Verwaltungsgericht Karlsruhe entscheiden. Hält sich Doc Morris bis dahin nicht daran, droht ein Ordnungsgeld in Höhe von bis zu 250.000 Euro.

(Text PZ www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php)

 

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