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Neu in der Ausbildungs- und Prüfungsordnung für PTA ist die Einführung einer vierwöchigen Famulatur, dem so genannten Schnupperpraktikum. Über den Inhalt der Ausbildung in dieser Zeit gibt es bis jetzt allerdings keinerlei Hilfestellung für die Famulantinnen und die ausbildenden Apotheken.

Eine Umfrage des BVA in PTA-Schulen hat gezeigt, dass die Apotheken nicht so recht wissen, was sie einer PTA-Famulantin vermitteln sollen. Nur so sind die extremen Unterschiede zu erklären, die bei dieser Umfrage herauskamen. In einer Apotheke wurde die Famulantin mit der Reinigung der Toilette beauftragt, in einer anderen Apotheke sollte die angehende PTA Beratungsgespräche führen; beide befanden sich im ersten Ausbildungsjahr! Ein unhaltbarer Zustand - dieser Meinung sind Margit Meier, Vorsitzende des BVpta, und Ingrid Heberle, Vorsitzende der Fachgruppe PTA im BVA. Gemeinsam mit einigen engagierten Kolleginnen erarbeiteten sie einen Leitfaden für das Schnupperpraktikum. Er erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit und lässt somit auch Spielraum für Besonderheiten der einzelnen Apotheken, wie z.B. Heimbelieferungen. Dieser Leitfaden dient als Anhaltspunkt für die ausbildende Apotheke und soll eine einheitliche Ausbildung der PTA-Famulanten gewährleisten.

1. Woche
Schwerpunkt der ersten Woche sollte die Mitarbeit bei der Warenbearbeitung sein. Zusammen mit der PKA soll der Famulant Warensendungen annehmen und bearbeiten. Er sollte die Wege der Beschaffung von Arzneimitteln kennen lernen (Großhandel, Direktbestellungen, Beschaffung von ausländischen Arzneimitteln). Übervorräte auffüllen, Sichtwahl auf Defekte überprüfen und Verfalldatenkontrolle gehören auch zum Aufgabengebiet der ersten Woche.

2. Woche
Neben der Vertiefung der in der ersten Woche durchgeführten Arbeiten steht in der zweiten Woche die Mitarbeit bei Rezeptur und Defektur im Mittelpunkt. Hierbei arbeitet der Famulant mit der PTA zusammen. Darunter fallen z.B. Herstellung von Teemischungen, Individualrezepturen nach ärztlicher Verordnung, Dokumentation von Defekturen; Arbeitsgeräte bedienen, pflegen und instand halten.

3. Woche
Als neues Aufgabengebiet kommt jetzt die Laborarbeit dazu. Auch hier arbeitet der Famulant wieder mit der PTA zusammen. Er soll die Prüfung von Ausgangsstoffen nach den geltenden Vorschriften und die dazugehörigen Gerätschaften kennen lernen, die Prüfung von Fertigarzneimitteln und die Dokumentation der Ergebnisse mit der PTA durchführen.

4. Woche
In der letzten Woche der Famulatur arbeitet der Famulant mit dem Apotheker zusammen. Im Mittelpunkt steht die Bearbeitung von Rezepten. Der PTA-Famulant soll die verschiedenen Arten von Rezepten (Kassen-, Privat-, BtM-Rezept) und deren Besonderheiten kennen lernen.
Er soll mit der vorhandenen Fachliteratur vertraut gemacht werden. Die PTA-Famulanten sollen entsprechend ihres Kenntnisstandes eingesetzt werden. Mit der Warenbewirtschaftung zu beginnen ist sinnvoll, um einen Überblick zu bekommen. Die Packungen werden in die Hand genommen, und so werden Namen zu Gesichtern.